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 Entrevista con Michael Rust en el Cugatenc

Michael Rust, Glaskünstler, “ In meinem Beruf liegen Befriedigung und Enttäuschung eng beieinander : Von einer Sekunde zur anderen wechselt man von einem Zustand in den anderen, aber es gilt immer die Geduld zu bewahren „

Michael Rust , vorgestellt und photografiert von Haizea Arrizabalaga

michael-entrevistaVor Jahren sagte mir ein Freund dass die Erinnerung eine wilde Bestie sei und er irrte sich darin nicht : Micha und ich können uns nicht darauf einigen wann wir uns kennengelernt haben ; jeder bewahrt in seiner Vorstellung ein genaues Bild jener Begegnung , aber zwischen beiden liegen mehr als 3 Jahre. Wir stimmen beide darin überein, dass es im Rahmen der Portes Obertes der Naus de l’Art gewesen sein muss und dass wir uns sofort sehr nahe fühlten und aus diesem Grund haben wir uns heute zum gemeinsamen Mittagessen in seinem Haus getroffen und bei dieser Gelegenheit kann ich in meine nostalgischen Gefühlen die mit La Floresta verbunden sind, schwelgen, dass ich vor einigen Monaten verlassen musste .

Da wir noch keinen grossen Appetit verspüren machen wir es uns in seiner anheimelnden Werkstatt gemüthlich, die er sich in den vergangenen Monaten eingerichtet hat, einen damfpende Teekanne mit Roibusch-Tee hilft uns dabei die Zeit anzuhalten. Ich habe den Eindruck dass Micha wie seine Gläser ist : extrem stark und gleichzeitig äusserst sensibel, transparent, leuchtend, empfindlich; einer von diesen Menschen, die trotz des rasenden Tempos und der Ambitionen unserer Epoche es verstanden haben eine exqusite Einfachheit zu bewahren .

– Welches sind die Ursprünge eines Glaskünstlers der seit 25 Jahren in La Floresta zuhause ist ?

– Meine Eltern stammen aus der Tschechoslowakei und waren Sudeten, eine Bevölkerungsgruppe mit deutscher Kultur die seit Jahrhunderten dort ansässig war.  Auf Grund der Folgen des 2ten Weltkrieges wurden diese Menschen vertrieben und meine Mutter und mein Vater fanden eine neue Heimat in Giessen, einer Stadt ungefähr 60km von Frankfurt am Main entfernt, wo ich im Jahre 1954 geboren wurde.

Goethe  hatte diese Stadt als eine der schönsten in Deutschland bezeichnet , aber nach den Bombardierungen des 6 Dezembers 44 war davon so gut wie nichts erhalten geblieben. Giessen hatte sich in der Folge in eine Stadt mit neuzeitlicher Architektur gewandelt, aber es gab noch Stellen an denen sich Überreste der Vergangenheit erhalten hatten  und dass war faszinierend. Als Jugendlicher machte ich nachts Ausflüge mit einem Freund auf den Alten Friedhof , der auch einen jüdischen Teil hatte ,  ein sehr geheimnissvoller Ort.                          Es war  sehr interessant in einer modernen Stadt , die wie das Gros  neuzeitlicher Bebauung keine besondere eigenständige Persönlichkeit aufwies,  doch auch Orte zu entdecken mit einer Athmosphäre voller Magie und Mysterium……und ich hatte schon immer eine natürliche Neigung  zur Romantik , ein Ambiente dass mich sehr anspricht.

– Aber schon bald bist du nach Berlin gezogen, eine vielfältige Stadt voller Bewegung.

Berlin war damals entmilitarisierte Zone, und wenn einer nicht zum Bund wollte bekam man dorthin keinen Zustellungsbefehl nachgeschickt. In dieser Zeit blieben viele junge Menschen in Berlin hängen. Du kannst dir Mixtur dieser Leute und die Ideen die sie bewegten leicht vorstellen , das Ganze war ein grosses Experimentierfeld ! ich war damals 18 Jahre alt, zum ersten Mal ohne elterliche Kontrolle und wollte Kunst studieren . Mit meinem Freund Franzis Steiner hatten wir unsere Präsentationsmappen zusammengestellt und dem Komitee der Akademie vorgelegt mit dem Ergebniss dass er akzeptiert wurde ( tatsächlich war er der bessere Maler- ging aber nie nach Berlin ) und ich wurde abgelehnt. Zu jener Zeit zeichnete ich ganz gute Comix , beging aber den Fehler diese Zeichnungen nicht für die Komission auszuwählen , da ich nicht wusste dass die gerade „in“ waren in Künstlerkreisen  – ich wäre sonst womöglich aufgenommen worden .

– Und dann kam das mit dem Glas……….

– Ein Bekannter hatte auf seinen Reisen in Londen bemerkt dass es dort Leute gab die Sachen in Tiffanytechnik machten und verkauften. Er hatte etwas Geld übrig und wollte meinen Wohngenossen  Manfred ,der sich dem Gitarrespielen  widmete , durch das Erlernen dieses Handwerks fördern. Nach einer Weile sagte er zu mir :“ Mir scheint, der Manfred kann sich nicht nicht entscheiden mit der Sache anzufangen. Wie wáre es, wenn ihr euch zusammentätet , das könnte dich auch interessieren  .“  Er stellte dann einen Kontakt mit einem Glaser her der uns das nötige Material  verkaufte und einige knappe Erläuterungen  mit auf den Weg gab, Also kehrten wir schwer mit Glas beladen in unsere Bude zurück und Manfred sagte zu mir : „ Also für mich ist das glaub ich nix . Ich bin Musiker , mach du das mal alleine .“

Meiner ersten Versuche das Glas zu schneiden waren ein komplettes Fiasko und ich fragte mich im Stillen: „ Auf was hast du dich da eingelassen  Micha ?“ Die Farben waren ja sehr schön, aber was mir vor allem Angst machte war, dass es eben Glas war an dem ich mich  verletzten konnte, ein Splitter ( an dieser Stelle macht Haizea eine Anspielung auf meine kreative Art die katalanische Sprache um bis dato unbekannte Worte zu bereichern ) könnte mir in’s Auge springen und mich erblinden lassen. Mit der Zeit verlor sich diese Angst aber und ich begann damit Lampenschirme, Spiegel und Kerzenhalter anzufertigen.  Da ich den Beruf des Bauzeichners erlernt hatte wusste ich wie man dreidimensionale Objekte plant.  In der ersten Zeit versuchte ich meine Arbeiten in Geschäften  anzubieten, aber das lief nicht so gut. Spáter versuchte ich es auf dem Flohmarkt und bekam dort die ersten Kontakte mit Kunden und die ersten Aufträge.

– Deine Ausbildung war also in erster Linie autodidaktisch, oder?

– Ja, und das kam mir sehr entgegen weil ich ziemlich stur bin und nach der Ablehnung durch die Akademie sagte ich mir: „ also wenn die mich nicht wollen, dann will ich auch nix von denen“ .  Ich wollte garnicht wissen was in der Vergangenheit gelaufen war und verscloss mich in mich selbst und was ich aus mir herraus kreiiren konnte. Später lernte ich dann  Kunstglaser mit  Berufserfahrung kennen  und bekam deren Kenntnisse vermittelt durch Mitarbeit, langsam konnte ich mich öffnen…

– Was suchst du an künstlerischem Ausdruck mit Glas?

– In erster Linie will ich eigentlich nichts „Neues“ machen, sondern eher an dem Baumstamm der Kreation auf die Äste steigen wo sich noch kein Anderer raufgewagt hat, eine besondere Wende hinzuzufügen, verschieden aber doch stimmig, so dass man es auf den ersten Blick kaum bemerkt.  Ich erhoffe mir, dass der Betrachter die Geduld aufbringt um einen neuen und erfrischten Eindruck zu erhalten. Die Baukunst der Gotik, der Jugendstil oder der Konstruktivismus….die ganze Enstehungsgeschichte der Kunst kann mir als Referenz und Ausgangspunkt dienen.

– Und von Berlin bist du dann 1986 nach Barcelona gegangen.

– Richtig. In Berlin hatte ich eine Ladenwerkstatt namens „Glasmännchen“ mit meinen Partnern Michael Fuchs und Brigitte Rieth eröffnet wo wir auch Kurse gaben.  Eines Tages sprach mich Gemma (meine spätere Frau) an, ob wir auch Teilnehmer ohne Deutschkenntnisse zuliessen. Ich antwortete ihr, dass wir uns auf englisch verständigen könnten und so war das kein Hinderniss.  Auf diese Art lernten wir uns kennen und nach einigen Reisen nach Barcelona beschloss ich mich dort niederzulassen. Ich spürte, dass mir ein Wechsel guttun würde.  Gemma stellte mir dann Schüler der Massana vor,  wo traditionell  Klassen für angehende Kunstglaser abgehalten wurden und mit 2 dieser Absolventen eröffneten wir in Gràcia unsere Werkstatt;  „Translucid“.

Wir bekamen  nach kurzer Zeit Kontakt mit einer Gruppe von Japanern die mit Reproduktionen von emblematischen Glasfenstern aus Barcelona eine Weltausstellung des Jugendstils in Nagoya/Japan ausstatten wollten.  Du weisst wie die Japaner auf Gaudi und den katalanischen Jugendstil fliegen.  Beim ersten dieser Aufträge handelte es sich um die berühmten Fenster der Casa Lleó Morera am Passeig de Gracia !  Das war eine richtig schöne und wichtige Arbeit für uns – so waren unsere ersten Schritte.

– Und diese Reproduktionen befinden sich noch in Japan?

Ja, ja. Heute zieren sie den Konferrenzsaal der Firma die damals die Ausstellung organisiert hatte.  Nach diesem Projekt waren wir überzeugt davon, dass dies unser Weg sei, für die Japaner zu arbeiten.  Tatsächlich hatte man uns ein Projekt in Aussicht vorgestellt, eine Art von Pueblo Español in der Nähe von Tokyo zu errichten und wir sollten dafür die Glasfenster schaffen. Aber dann kam der Golfkrieg und die Erölkrise und die Angst des Geldes……das Vorhaben verschwand vom Tisch.

– Wann hast du deine Werkstatt in den Naus de l’Art aufgemacht?

– Ich wollte schon seit langem in La Floresta arbeiten, wo wir wohnten. Beim Spazierengehen mit meinem Hund sah ich, dass man dort Räumlichkeiten  anbot auf dem Gelände der „Naus de l’Art“.  Da diese Gebäude bautechnische Probleme aufwiesen sodass man  die Böden nicht mit Gewicht belasten konnte, hatte der Besitzer beschlossen , es sei besser dort Künstler anzusiedeln statt herkömmlicher Werkstätten . Zu Anbeginn  mietete ich mich in der grossen Garage ein (wo jetzt Jesús Borra Arto arbeitet), aber der Raum war mir zu gross.  Schlussendlich entdeckte ich einen kleineren Raum in einer Ecke und mir kam die Idee, dass ich dort ein grosses Fenster in der Aussenmauer öffnen kónnte um genügend Licht zu erhalten und dort fing ich dann an zu arbeiten. Also  verliess ich die Werkstatt in Gràcia. Wir sprechen hier vom Jahr 1995, mehr als 20 Jahre ist das jetzt her.

In den oberen Räumen der Naus, die damals noch nicht unterteilt waren, arbeitete schon Maria Roldán und eine Gruppe von Frauen die schrieben, malten , bildhauerten….Mit den Jahren haben sich weitere Künstler dort niedergelassen und zur Zeit sind 10 Werkstätten in Betrieb. Seit 10 Jahren organisieren wir gemeinsam die Portes Obertes in den Naus de l’Art.

– Wo findest du deine Gläser heutzutage?

– Ich hatte das Glück in Berlin einen Mann kennenzulernen der dort ein Geschäft für Tiffanyzubehör aufgemacht hatte. Wir wurden mit der Zeit gute Freunde, einige Jahre hindurch war ich sogar Mitarbeiter in seinem immer grösser werdenden Lager.  Derzeit füllt  sein Glasbestand eine Fläche von ca.700qm. Dort finde ich die grösste Vielfalt an Glassorten die zum Teil noch aus den 50er Jahren stammen, eine wahre Schatzkammer. Wenn ich mir so ein Bruchstück einer antiken Glasscheibe vor’s Auge halte frage ich mich oft: Woher kommt dieser besondere Glanz?

Mein Freund Christhian hat ein enormes Wissen und kann Geschichten über jedwedes Glas erzählen. Sowas findest man sonst nirgendwo. Ich muss dazusagen dass die Nachfrage nach kunsthandwerklich hergestellten Gläsern heutzutage wesentlich geringer ist als in vergangenen Epochen. Früher hatte man dafür vielfältige Verwendung, aber vor allem die Kriege haben die Gewohnheiten verändert, die Menschen brauchten in erster Linie Wohnraum und es erschien ein überflüssiger Luxus ein schönes Glasfenster zu integrieren.  Zudem hatten viele der Bauten, die heute die Zierde des architektonischen Reichtums z.Bsp. des Eixample von Barcelona darstellen, einen offentsichtlichen Zweck: sie sollten den Betrachter beeindrucken. Heutzutage suchen meine Kunden Glasfenster oder Leuchten für den Innenbereich ihrer Häuser oder mehr Lichteinfall als das früher der Fall war.  Ich kann mich den aktuellen Bedürfnissen anpassen. Und ich habe Arbeit, zum Glück.

– Wie gehst du an den Auftrag eines Kunden herran? Erklär das ein bisschen.

– Ich bevorzuge den direkten Umgang mit ihnen, eine persönliche Beziehung. Normalerweise kann ich den Ort besichtigen und gleichzeitig bekomme ich die Wünsche und Vorstellungen meiner Klienten mitgeteilt: „ Also hier kommt morgens viel Licht rein etc.“ Zu Beginn bin ich wie ein unbeschriebenes Blatt, ein Zustand in der Schwebe. Später kann es sein dass, ich Entwürfe früherer Projekte zu Rate ziehe und versuche herrauszufinden, ob etwas in dieser Richtung passen könnte. Meine Auftraggeber geben mir durch ihre Reaktion den Ansatz vor um eine neue und personalisierte Arbeit zu schaffen – sofern mir die Inspiration dabei hilft.

– Und wie ist das wenn man mit zwei so unterschiedlichen Materialien wie Glas und Blei arbeitet?

–  Blei und Glas sind zwar äusserst versdchieden, haben aber doch eine Gemeinsamkeit: sie sind beide sehr schwer. Es ist schon richtig dass das Glas die Durchsichtigkeit, Leuchtkraft und Zerbrechlichkeit beinhaltet, während das Blei opak aber sehr biegsam und leicht formbar ist. Glas hat mitunter die Eigenheit etwas tückisch zu sein und das hält einen in dauernder Alarmbereitschaft. Man ist z.Bsp. gerade dabei letzte Hand an eine fast fertige Arbeit zu legen und „Klick“, geht ein Teil entzwei.  Da bleibt mir nur das betreffende Stück auszuwechseln. In meinem Beruf sind Befriedigung und Enttäuschung eng beieinander : Von einer Sekunde zur anderen wechselt man von einem Zustand in den andern, aber es gilt immer die Geduld zu bewahren.

– Heutzutage herrscht eine starke Tendenz zwischen Kunst und Kunsthandwerk zu trennen. Wie stehst du zu diesem Gegensatz? Macht das Sinn?

– Früher bildete das mal eine Einheit, da gab es diese deutliche Trennung garnicht. Ein Glaser befand sich immer zwischen Handwerk und Kunst, er musste Fähigkeiten in beiden Gebieten haben. Ich habe unter ihnen einige kennengelernt, die, wenn sie sich z.Bsp. auf die Malerei verlegt hätten, heute vielleicht anerkannte Maler wären, aber das Leben hat sie auf einen anderen Weg gebracht und so wurden sie Kunstglaser mit aller Ernsthaftigkeit die dazugehört, aber ohne die Aura des „Künstlers“.

– Welche Künstler haben dich besonders beeinflusst?

– Mein Vater war nach dem Krieg Zeichner und Karikaturist für eine Tageszeitung. Ihn habe ich als Kind staunend beobachtet. Später bekam ich Comix in die Finger: Disney, Lucky Luke oder den Kojoten . Mit den Jahren hat sich mein Geschmack wohl verfeinert und ich entdeckte Moebius, die Schallplattencover von Abdul Mati Klarwein (mein Lieblingsmaler immer noch) , und die gläsernen Wunder von Laurence Whistler. Ich möchte auch Antonio Gómez erwähnen, grosser Meister der Glaskunst in seiner Werkstatt in der Calle Londres und in seiner Funktion als Lehrer an der Massana über viele Jahre.

Abgesehen davon beeinflusst mich jede Form künstlerischen Ausdrucks solange ich darin Echtheit und Qualität finden kann, sei es Musik, Kino, Literatur………..ich verinnerliche was mich trifft und verwandele es.

– Wenn du nicht die Glaskunst gewählt hättest, für welchen Weg hättest du dich sonst entschieden?

-Oh je, da hätte ich mich wohl verloren. Mich hat schon immer das Filmemachen interessiert, habe auch einige Kurzfilmchen auf Super 8 gedreht, aber mir schien, dass die richtigen Filme in Hollywood gemacht werden. Zur Zeit bereitet mir das Projekt CINEFLORUM in der Sala UREF wo wir Filme zeigen grosses Vergnügen, weil es mir die Gelegenheit gibt meine Leidenschaft mit anderen zu teilen.

Vielleicht fange ich eines Tages wieder an selbst Filme zu drehen. Meine Aufnahmebereitschaft im Visuellen ist heute sehr viel analytischer und ausserdem ist mir heute klarer was mich an Inhalten wirklich interessiert und was nicht. Zu Anbeginn beeindruckte mich das grosse Spektakel, ich sah „2001: A Space Odyssey“ mit 14 und WOW , was für ein Trip! Jetzt interessieren mich Personen , ihre inneren Welten und wie man eine Geschichte mit rein visuellen Mitteln erzählen kann, praktisch ohne Dialoge……in seinen Ursprüngen war das Kino ja ohne Ton und das Publikum verstand die Geschichte ohne Probleme.

– Erzáhl uns ein bisschen was über dieses wunderschöne Filmprojekt in der Sala UREF.

– Jordi Mota war der Pionier was kostenlose Filmaufführungen in La Floresta anbelangt und hat das CINEFLORUM in’s Leben gerufen. Wir haben beide diesen Enthusiasmus für die 7te Kunst und haben uns sofort verstanden.

Ihm habe ich damals den Vorschlag gemacht die Dokumentarfilme „Desde el Corazón del Mundo“ und „Aluna“, die noch nicht in die spanischen Kinos gelangt waren, zu zeigen und die Idee gefiel ihm. Bei meiner Suche nach brauchbaren Kopien war ich auf das Buch gestossen, welches der Filmregisseur über seine Begegnungen mit den Kogis (lateinamerikanische Ureinwohner) geschrieben hatte und mir schwante, dass die Botschaft der „grossen Brüder“ in einer Dorfgemeinschaft wie La Floresta auf fruchtbaren Boden fallen würde. Ich habe mich damals nicht geirrt: wir sind alle „kleine Brüder“, aber wir wachsen.

Das war ganz schön abenteuerlich schlussendlich an die entsprechenden DVD’s zu gelangen, aber die beiden geplanten Vorführungen waren so gut besucht, dass ich sie wiederholen musste – ein sehr ermutigender Anfang fúr dieses Projekt.

– Welchen Film wirst du als nächstes zeigen?

– Da geht es um einen Film der nie gemacht wurde, basierend auf den DUNE-Romanen von Frank Herbert. Nachdem Alejandro Jodorowsky 1973 „The Holy Mountain“ realisiert hatte bekam er das Angebot, ohne jede Beschränkung ein Thema seiner Wahl für das Kino zu verwirklichen und er entschied sich für DUNE (ohne das Buch überhaupt gelesen zu haben) . Es gelang ihm eine Gruppe von jungen und aussergewöhnlich talentierten Künstlern für dieses Projekt zu begeistern und sie arbeiteten gemeinsam über 2 Jahre an den Vorbereitungen (der fertige Film sollte zwischen 10 und 20 Stunden dauern) , welche schlussendlich als Skizzenbuch mit über 3000 Zeichnungen den amerikanischen Produzenten vorgelegt wurde. Die Hollywood-Magnaten zeigten sich auch sehr interessiert an dem Material, wollten sich aber auf dieses Abenteuer nicht einlassen und der Film wurde in dieser Form nie realisiert. Seitdem kursierten dann die Gerüchte und so entstand eine Art Mythos um DUNE.

Das Projekt zerbarst in einzelne Fragmente, die man heute in Filmen wie „Star-Wars“, „Alien“ , „Bladerunner“ etc. wiederfindet. Die Verfilmung des Romanstoffes wurde später David Lynch übertragen, das Ergebniss hat aber nichts mehr mit Jodorowskys Vision gemein. Man kann also sagen dass Jodo’s DUNE die Mutter, der Ursprung war und für viele, die daran mitgearbeitet hatten war es der Einstieg in die Filmbranche. Aber die Grundidee, einen Film zu machen, der die Zuschauer haluzinogene Visionen erleben lässt statt diese durch Drogen zu erlangen, blieb auf der Strecke.

(Ich bin ziemlich perplex und überrascht. Wie zeigt man einen Film den es gar nicht gibt?)

– Aber Micha, was willst du deinen Zuschauern dann zeigen? Das Skizzenbuch?

-Vor einigen Jahren machte sich ein junger Filmemacher auf die Spurensuche und es enstand ein Dokumentarfilm der auf vielen Festivals ausgezeichnet wurde , in Cannes und Toronto z. Bsp. Ich hatte eine Kopie auf Youtube entdeckt, aber die wurde schnell wieder aus dem Verkehr gezogen. Mit etwas Glück bin ich auf eine DVD im BlueRay-Format gestossen und wenn jetzt noch ein entsprechendes Wiedergabegerät auftaucht können wir diesen Streifen in einer Qualität zeigen, die Jodorowsky’s Traum etwas näher käme.

– Und eine letzte Frage……Alt werden und in Berlin sterben, der Ort wo für dich so vieles begonnen hat?

– Diese Vorstellung hatte ich wirklich mal. Es gibt da einen kleinen Friedhof in der Nähe des Stadtzentrums, ganz versteckt und eingekreist von Bahngleisen, Schnellstrassen und anderen Verkehrswegen. Mir gefiel dieses Bild vom Tod als einer Station auf dem langen Weg des Lebens. Jetzt denke ich aber, dass Berlin eher eine Stadt ist, die man erleben sollte, und sei’s als Tourist. Mir scheint heute ein Ort der näher an den Wolken ist geeigneter als Ruhestätte, umgeben von wilden Blumen, wo mich der Fuchs und der Rabe besuchen können. Collsacabra, die Pyrenäen…. es viele solcher Stellen. Na wir werden ja sehen.

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